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Archive for April 2013

Marc Ribot ist wohl einer der weniger bekannten Gitarrenvirtuosen unserer Zeit. Er spielte u.a. in den Bands von Tom Waits und Elvis Costello, versuchte sich an kubanisch insprierter Gitarrenmusik und etlichen Jazzprojekten. Ganz besonders hervorzuheben ist die Zusammenarbeit mit dem Schweizer Jazztrio Lucien Dubuis. Ultime Cosmos ist eine wahre Achterbahnfahrt zwischen dem Gitarrenspiel Ribots, einem heiser krächzendem Blasinstrument (vorrangig Saxophon) und der treibenden Rhytmussektion. 2008 erschien mit Party Intellectuals die erste Kooperation mit Ches Smith (Schlagzeug) und Shahzad Ismaily (Bass) unter dem Namen Ceramic Dog. Und der Name das Albums ist Programm. Den Anfang macht eine vollkommen, im positiven Sinne, entstelle Coverversion von „Break on Through“ der Doors. Die anderen Songs vereinen Dance, Funk, Soul, Jazz und (Hard)Rock zu einer einzigartigen Symbiose: oft tanzbar, mal ruhig und entspannend, aber nie langweilig.
Vor wenigen Wochen ist nun mit Your Turn das zweite Werk von Ceramic Dog auf den Markt gekommen. Der erste, lediglich flüchte Eindruck: um einiges geradliniger als das Vorgänger. Hier regiert vor allem der raue Rocksong, so transformiert hier selbst Brubecks „Take Five“ zu einem freejazzigen Gitarrensong. Als Song des Tages muss das recht straighte „Masters of the Internet“ herhalten. Agressiv kommt er daher, doch nicht ohne Grund, so behandelt der Song doch das strittige Thema der illegalen Downloads.

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Für den Record Store Day am vergangen Samstag hatte ich mir eine kleine Liste von den exklusiven Veröffentlichungen, die ich gerne erwerben wollte, geschrieben. Die magere Ausbeute des Tages bezüglich dieser Liste war einzig und allein das neue Junip Album auf limitiertem blauen Vinyl. Doch wenn man einmal in einem Plattenladen ist, muss man natürlich stöbern, was es noch zu finden gibt.
Eine dieser Platten fiel durch ein markantes, wohl eher dem männlichen Plattenladenbesucher zugewandtes Cover auf. Es handelte sich dabei um das 2008 erschienene Album Moonbeams der Band Throw Me The Statue aus Seattle. Das Reinhören am Plattenspieler vor Ort offenbarte: hinter dem hübschen Cover steckt tatsächlich auch richtig gute Musik. Der Stil von Throw Me The Statue ist relaxter Indie Rock, gepaart mit elektronischen Spielereien und einem gewissen Popappeal. Ein klein wenig erinnert das Ganze an das letzte Werk von Pavement, jedoch ohne diese wirklich zu zitieren. Dieses Album versprüht geradezu eine sommerliche Atmosphäre, was gerade an diesen Tage besonders Spaß macht. „Young Sensualists“ ist da keine Ausnahme. Dieser Song über Freundschaft nährt das Verlangen, es sich in einem Liegestuhl in der Sonne bequem zu machen und einfach die Zeit zu genießen. Sensualist steht u.a. für Genussmensch, und als eben solcher fühle ich mich ausgesprochen wohl beim Hören dieses großartigen Albums. Fazit: Moonbeams ist für mich definitiv der Fund des Monats!

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Es ist immer wieder eine Freude, auf intelligent gemachten Pop zu stoßen, der nicht wie aus einem Bausatz zusammengestellt klingt. Woodkid schafft es, Songwriter-Pop ein ganz besonderes elektronisches Gewand zu geben. Das ist mal leicht, melancholisch, oder auch unglaublich treibend. Dabei schimmern an allen Ecken unterschiedliche Einflüsse hindurch, besonders stark, die der Klassik, aber auch Folk und Jazz. Das Album The Golden Age ist fast schon zu perfekt produziert. Hier Ecken und Kanten zu finden, könnte sich als unmögliches Unterfangen beweisen. Meiner Meinung nach, schrammen so einige Songs ganz hart an der Grenze zum Kitsch vorbei, aber dennoch übt dieses Album eine enorme Sogwirkung auf mich aus. „Run Boy Run“ ist dabei einer der herausragenden Songs. Der Rhytmus ist militärisch treibend, dieser wird, gerade im Refrain, durch eine fast konträr wirkende Streicher-Melodie begleitet. Später erwartet den Hörer noch ein Bläsersektion, die den Song einfach ein gewisses Wohlgefallen auflöst. Das offizielle Musikvideo dazu ist ebenfalls ein echtes Schmuckstück und war nicht von ungefähr für den Grammy in der Kategorie Best Short Form Music Video nominiert.

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Wer in den letzten Wochen in den Genuss kam, ein Konzert von …And You Will Know Us By The Trail Of Dead zu besuchen, konnte in deren Vorprogramm auch die Damen von The Coathangers live erleben. Und die haben es echt in sich! Sie spielen eine Mischung aus Punk, Surf und Noise Rock. Live klingt das besonders dreckig und macht einfach nur Laune. So wollte also Kate Nash mit ihren Faster Pussycats klingen und hat dabei kläglich versagt.

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Am kommenden Freitag erscheint mit Still Life With Eggplant das fünfzehnte Studioalbum der norwegischen (Stoner) Rock Band Motorpsycho. Laut den ersten Pressemitteilungen hat auch der schwedische Gitarrist Reine Fiske einen großen Anteil an diesem Werk und die drei Norweger auf der anstehenden Tour unterstützen. Und dieser Reine Fiske ist u.a. auch der Gitarrist der schwedischen Band Dungen, die den Einfluss durch Motorpsycho nicht von der Hand weisen können, vor allem deren Zeit um das Werk Phanerothyme. Aber auch diese orientierten sich damit stark an den Sound des Progressive Rock der 60er und 70er. Dungens 2010er Album Skit I Allt ist, in meinen Ohren, ihr bisher stärkstes Werk. Der titelgebende Track steht dabei exemplarisch für die sonnige Atmosphäre des gesamten Werks. Nicht nur die Instrumentierung, auch der Inhalt dieses Songs lässt sich am ehesten mit der Generation der 68er verbinden. Ich überlasse es jedem selbst, die Google Übersetzung zu bemühen…

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Nachdem mich ein fieser Keim nun fast drei Wochen außer Gefecht gesetzt hat, melde ich mich nun endlich wieder zurück. Diese Zeit wurde natürlich durch reichlich Musik begleitet, tollen Neuerscheinungen, aber auch der ein oder anderen Entdeckung von Bands, deren letztes Werk nun auch schon ein zwei Jahre zurückliegt. Zu letzterer Kategorie gehört auch die kanadische Band The Barr Brothers. Ihr Song „Beggar In The Morning“ verfügt über ganz besondere Atmosphäre, die über eine reiche Instrumentierung erreicht wird. Das klingt in meinen Ohren nach dem Aufbruch in den Frühling. Ein Wunschdenken?! Dabei ist der Tenor des Songs doch eigentlich ein verstörendes Bild einer enttäuschten Seele, die in der Musik ihre Medizin findet. So heißt es in einer Strophe:

I take my medicine on my knee
Twice a day but lately three
Keeps the devil from my door
And it makes me rich and it makes me poor

Neben all der Melancholie, die dieser Song vorweist: Dieser Song ist einfach nur schön und die Melodie bleibt hängen, aber hört selbst:

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