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Archive for Januar 2013

Heute gibt es (Überraschung!) wieder DreamPop. The Magnetic North ist eine Band um den Multiintrumentalisten Simon Tong, den der ein oder andere vielleicht von The Verve, The Good The Bad And The Queen oder als Ersatzgitarristen von Blur kennt. Mit The Magnectic North präsentiert er einen sehr eingängigen Tripp in verträumten Popwelten. Gerade der Song „Rackwick“ wird durch wunderschönen Harmoniegesang getragen, die Instrumentierung ist reich an Spielereien und läd zum Entdecken ein. Oder einfach nur zum in Ruhe auf der Couch Einkuscheln, während es draußen stürmt.

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Der schwedische Singer-Songwriter José González konnte schon in den letzten Jahren mit zwei Soloalben und zuletzt mit dem Debut seiner ursprünglichen Band Junip beachtliche Erfolge feiern. Junip gab dem Solokünstler González, dessen Musik stark an der des britischen Singer-Songwriters Nick Drake erinnert, eine weitere Dimension, Dynamik und ja, Popappeal.
In diesem Frühjahr erscheint nun das zweite Junip Album, das schlicht Junip heißen wird, und mit „Line of Fire“ wird die erste Single aus eben diesem Album präsentiert. Eine große Überraschung erwartet den Hörer hier nicht. Vermutlich durch eine Hammondorgel begleitet, begrüßt einem das locker leichte und dennoch treibende Gitarrenspiel González, selbstverständliche darf dabei seine samte Stimme nicht fehlen. Zum Refrain nimmt der Song richtig Fahrt auf und man kommt regelrecht ins Schwelgen.
Ich freue mich regelrecht, diese Band wieder live zu sehen. Es ist zwar noch ein wenig Zeit hin, bis sie Anfang Mai in Hamburg auf der Bühne stehen, aber die Karte hängt schon seit einigen Tagen am Türrahmen.

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Husky ist definitiv eine der Bands, die mir im letzten Jahr so gar nicht aufgefallen sind, dabei sind sie absolut mein Ding! Hier hört man so viele Einflüsse der Singer-Songwriter der 60er/70er Jahre, allen voran Graham Nash und David Crosby. Einfach herrlich!

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Gestern Abend ist in einer Konversation mit einem Freund wieder aufgekommen, dass ich mit Postrock nicht wirklich viel anfangen kann. Vorhersehbar, spannungsarm und im Aufbau verwechselbar, fällt mir in diesem Zusammenhang immer wieder ein. Sicher tu ich der ein oder anderen Band damit großes Unrecht an, aber ich werde mich wohl nie so recht mit diesem Musikstil anfreunden können.
Gerade heute ist bei mir die Vinyl Ausgabe des Yo La Tengo Albums Painful aus dem Jahr 1993 angekommen. Den Abschluss dieser Platte bildet der Instrumentaltrack „I Heard You Looking“. Traurig kommt dieser Titel daher, mit seiner immer wiederkehrenden Melodie, die sich am Anfang langsam aufbaut, dem Hörer vertraut macht, um dann immer wieder in Gänze in Feedback und Lärm unterzugehen. Im Grunde ist es der Prototyp eines Postrocksongs, aber dieser langweilt mich irgendwie nicht. Ich kann ihn immer wieder hören. Vielleicht ja, weil ich ganz andere Emotionen mit diesem Song und der Band verbinde? Wer weiß? Bestimmt ist es aber auch die Tatsache, dass Yo La Tengo einer der Bands ist, die schon seit 1984 den Indie begleitet und beeinflusst haben. Entscheidende Weggefährten waren bspw. Sonic Youth und die allseits überschätzte Band mit dem unglücklichen Schrotflintenschützen.

Für die ganz Harten gibt es hier noch eine 15min Live Version:

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Als ich diesen Song das erste Mal hörte, kamen mir gleich die Assoziationen zu den fabelhaften Stereolab. Und wer letztere kennt, weiß was ich meine. „The Fall“ von Rhye klingt wie eine sanfte Sommerbriese, vereint 60s Flair und tolle Streicher mit heutigen Popstrukturen. Irgendwie werde ich immer anfälliger für diesen DreamPop. Ich finde es super!

-EDIT- P.S. Der erste Song der Band ist ebenfalls sehr empfehlenswert. Hier der Link zu dem nicht wirklich jugendfreien Video zu „Open“. Aber was heißt das schon, angesichts des Nachmittagsprogramms im deutschen Privatfernsehen?

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Am vergangen Samstag war ich mal wieder im Bremer Schlachthof, einer wirklich schönen und immer wieder beeindruckenden Konzertkulisse der kleinen Hansestadt.
Den Abend begann Denis Jones aus Manchester, seines Zeichens Singer-Songwriter mit Hang zum experimentieren. Das zeigte sich vor allem am beachtlichen Elektronikaufbau vor ihm, unterstützt von Effektpedalen und einer recht großen Loopstation zu seinen nur in Socken gekleideten Füßen.
Ich kannte ihn vorher gar nicht, aber sein Ernscheinungsbild, der Vollbart und vor allem die freundliche Austrahlung, machten mich frohen Mutes, dass da durchaus mit interessanter Musik (zumindest in meinen Augen) zu erwarten war. Und das sollte sich auch bewahrheiten. Ich kann nicht mehr rekonstruieren, welchen Song er zuerst gespielt hatte. Er schnappte sich seine Westerngitarre, spielte ein paar Loops ein und legte mit einem sehr eigenwilligen Sound los (und das ist hier ausdrücklich nicht negativ gemeint). Über den Auftritt hinweg merkte man, wie sehr sich der Musiker in seiner eigenen Welt verliert, diese Musik nicht einfach nur konstruiert wurde, sondern gelebt wird. Soetwas imponiert mir!

Ich war jedenfalls sofort begeistert, wippte mit dem ganzen Körper mit, war damit aber irgendwie der Einzige auf der Tribüne. Also ging es runter vor die Bühne. „Clap Hands“, der zweite Song, kam ganz ohne Gitarre aus. Denis Jones drehte an den vielen Knöpfen vor sich, was eine Art Human Beatbox Sound erzeugte, nebenbei drückte er mit der rechten Hand in regelmäßigen Abständen auf den soeben freigewordenen Klinkenstecker, was wiederum dem Soundteppich ein wiederkehrendes Brummen hinzufügte. Man glaubt es kaum, dass so ein fast jedem Musiker bekanntes Störgeräusch tatsächlich mal einen Song bereichert. Dieser Grundkulisse folgte eine Kaskade aus verschiedenen frisch eingesungenen Tönen und Geräuschen, und selbstverständlich darf das namensgebende Händeklatschen nicht fehlen. Dieser Song hat einige im Publikum irritiert. Ich dagegen war nun vollends überzeugt, einen tollen Künstler in Aktion zu erleben.

Ein ganz besonders schöner Titel, der auch an diesem Abend spielte, ist „Beginning“ vom ersten Album Humdrum Virtue:

Humdrum Virtue kann ebenso wie sein hervorragendes zweites Album Red + Yellow = auf Soundcloud gehört werden. Letzteres habe ich gleich nach dem Auftritt gekauft und es läuft bei mir seit dem in Dauerschleife.

Ach ja, Denis Jones war eigentlich nur der Supportact und seine Spielzeit viel kurz. Geladen hatte die sehr beliebte deutsche IndiePop Band Get Well Soon.
Was ich noch nicht geschrieben habe, ist, dass mich kurz vor dem Konzert am Samstag eine Viruserkrankung heimsuchte. Vor dem Fahrtantritt noch als Kleinigkeit abgetan, verschlimmerte sich mein Gesundheitszustand über den Abend rapide und führte letztlich auch zum Abbruch des Konzertbesuchs. Deswegen will und kann ich nicht so viel über Get Well Soon schreiben. Aber meine Fotos möchte ich hiermit dennoch teilen. Get Well Soon waren definitiv sehr gut, nur konnte ich es leider nicht mehr genießen.

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Dieser Song hat nun auch schon einige Jahre auf dem Buckel, aber er hat nichts von seiner Wirkung eingebüßt. Björk steht seit jeher für experimentelle Musik, die gerne auch erarbeitet werden muss. Ihr letztes Album Biophilia war ein hartes Stück Arbeit! „Declare Independence“ stammt aber vom Vorgänger Volta, das ich wirklich sehr schätze. Ein Song, dessen Inhalt auch nie an Aktualität verliert. Ein Aufruf zum Selber denken. Das Video zeigt den Liveauftritt in der sehr beliebten TV-Show Later with Jools und ist gerade deswegen interessant, weil man hier sieht, dass die verworrenen und komplexen Songkonstrukte des Albums auch auf einer Bühne umgesetzt werden können.

Wann immer ich diesen Auftritt sehe, könnte ich mir selbst in den A… treten, dass ich sie 2008 nicht live gesehen habe, obwohl sie in meiner unmittelbaren Nähe aufgetreten ist.

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Wieder möchte ich den radioeins Soundcheck zitieren:

Yo La Tengo haben, was alle wollen und doch nie finden: Einen Weg aus dem Wahnsinn. Wo die Welt zu schnell ist, wird diese Band langsam. Wo das Leben laut wird, sind Yo La Tengo leise. Und: Wo niemand mehr was sagen will, da legen sie erst los. Eine Wohltat.

Fanny Tanck (Journalistin)

Link

Es ist tatsächlich wieder ein richtig tolles Album geworden. Ich muss leider noch ein wenig auf meine bestellte Deluxevariante der LP warten, aber auf Spotify kann man das Album bereits hören. Für alle ohne Spotify gibt es (sicherlich zeitlich beschränkt) einen Stream auf pitchfork.com

-EDIT 18.01.2013- Der Link existiert zwar noch, aber das Album ist nicht mehr hörbar. Dafür habe ich ein paar Songs bei Soundcloud herausgesucht:

 

Spotify:

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Pulp - Melt! Festival 2011

Pulp – Melt! Festival 2011

Pulp ist zurück, zumindest mit der Neuaufnahme einer B-Seite aus dem Jahre 2001. Ja Pulp, diese Britpop Band mit den schrulligen Texten und dem noch viel schrulligeren Frontmann Jarvis Cocker. 2011 habe ich sie als Headliner des Melt! Festivals erleben können und es war definitiv ein Highlight dieses Jahres.

Mit „After You“ haben sie den alten Fans ein tolles Weihnachtsgeschenk 2012 vorgelegt. Diskotauglich kommt der Song daher. Catchy BritPop, der sich auch weiterentwickelt hat. Pulp eben! Da kann gern noch mehr kommen!

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Golden Kanine 2013-01-04

Golden Kanine, Knust HH 2013-01-04

So da bin ich wieder und beginne das neue Jahr gleich mal mit einem kleinen Konzertbericht. Am Freitag hieß es Knust-Jahreseinläuten im Hamburger Knust. Am Mittwoch hatte ich während einer nächtlichen Autofahrt erst erfahren, dass eine schwedische Folkband zwei Tage später im Knust spielen sollte. Der Song im Radio klang definitiv interessant. Zu dem Zeitpunkt ahnte ich noch nicht, dass ich die Band schon längst live gesehen habe. Aber zu meiner Verteidigung: Der Bandname wurde anscheinend nur beiläufig genannt, mir aufgefallen ist er nämlich nicht. Es handelte sich um die Band Golden Kanine, die 2012 auch auf dem Hurricane Festival spielte. An diesem Abend sollten aber auch noch zwei andere Bands spielen.

Den Abend starteten Halma, eine gealterte Experimentalrockband aus Hamburg, deren Musik man heute wohl nur noch unter Postrock verbuchen kann. Ziemlich belanglos allerdings. Gut, Postrock ist nicht meins, aber im Saal habe ich von so einigen das Wörtchen „Langweilig!“ ausstoßen gehört. Hier eine Kostprobe vom Freitag, wobei der Song sogar ganz ordentlich ist.

Der zweite Act war Fee Reega. Im Vorfeld hatte ich mich schon ein bischen über die Musik des Abends informiert, aber meine Befürchtungen in Sachen dieser „Künstlerin“ wurden sogar noch übertroffen. Man kann Musik als Kunstform auffassen. Man kann diese Kunst auch in verschiedensten Facetten ausüben. Aber ich mag keine Musik, die sooo gekünstelt daher kommt, dass sie schon lächerlich ist. So klingt also der deutsche Musikernachwuchs, wenn er nach dem Kunststudium etwas richtig tolles machen will. Ok, ich habe mich sehr amüsiert, die Stimmakrobatik der Vortragenden war schon recht obskur und die Texte standen dem in nichts nach. Ein älteres Pärchen, dass erst später in die Veranstaltung kam, schien geschockt. Sie blickte mich entsetzt und fragend an: „Singt die schon die ganze Zeit so?“  Meine Anraten, das ganze als Satire aufzufassen, hielt die beiden aber dennoch nicht im Saal. Wer nun wirklich schmerzfrei ist, kann gerne in folgenden Mitschnitt reinhören.

Sehr spät, gegen halb 12, kam dann der Hauptact auf die Bühne: Golden Kanine. Diese Schweden musikalisch richtig einzuordnen ist schwer. Im Grunde Folk, aber da ist noch so viel mehr. Golden Kanine mischen traditionellen Folk mit Elementen aus Indie Rock, Pop und Polka (Kleiner Scherz, aber die Bläser spielen nicht unbedingt eine untergeordnete Rolle.) Ihr Sound wechselt von ruhig melancholisch zu geradeaus mitreißenden Schunkelsongs. Die kleine Bühne des Knust war ganz schön voll, 7 Mann standen auf ihr und spielten ein breites Potpourri an Instrumenten, darunter Akustik- sowie E-Gitarren, Mandoline, Banjo, Trompete, Saxophon, Bass, Xylophon und sogar Melodica. (Manch ehemalige/r Musikschüler/in wird dieses Instrument noch kennen und es in den ewigen Tiefen eines Dachbodens verbuddelt haben.) Das ist definitiv nicht langweilig und die Band wusste auch den Spaß am Musizieren ans Publikum zu übertragen. Sie spielten mehr als eine Stunde eine tolle Mischung aus den zwei bereits erschienenen Alben und etliche „new songs“, die einem doch schon ziemlich bekannt vorkamen, da sie diese bereits auf dem Hurricane zum besten kamen, um dann nach einer sehr kurzen Pause einen Zugabenblock zu starten, der nochmal fast genauso lange lief.

Mein Fazit: Es war ein toller Abend und vor allem ein toller Konzerteinstand ins neue Jahr!

Zu guter letzt, hier noch vier Songs von Golden Kanine am besagten Abend. Und an dieser Stelle: Vielen Dank an den YouTubeUser tent23 für die qualitativ guten Mitschnitte!

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