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Archive for the ‘Neuentdeckung’ Category

Emily Wells LP Mama

Das wohl schönste Plattencover des letzten Jahres kommt von der hierzulande unbekannten Musikerin Emily Wells. Ihre Musik kann meines Erachtens als experimenteller Pop beschrieben werden. Sie selbst sagt von ihrer Musik, dass von Klassik und HipHop Produktionen beeinflusst ist. Die Multiinstrumentalistin Wells spielt mit ihrer Stimme genauso wie mit den zahlreichen Instrumenten und bei allem nimmt eine Loop Machine den größten Stellenwert ein. Lasst euch gefangen nehmen von der spröden Schönheit ihrer Songs! „Passenger“ ist ein wunderschönes Beispiel dafür, was den Hörer auf Mama erwartet.

Aber ich will es nicht bei nur einem Song belassen. „Let Your Guard Down“ bspw. ist ein wunderschöner, reduzierter Song über die Liebe, oder das sehr schön experimtelle „Symphony 1 In The Barrel Of A Gun“, einer der frühen Songs von Emily Wells.

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Am vergangen Samstag war ich mal wieder im Bremer Schlachthof, einer wirklich schönen und immer wieder beeindruckenden Konzertkulisse der kleinen Hansestadt.
Den Abend begann Denis Jones aus Manchester, seines Zeichens Singer-Songwriter mit Hang zum experimentieren. Das zeigte sich vor allem am beachtlichen Elektronikaufbau vor ihm, unterstützt von Effektpedalen und einer recht großen Loopstation zu seinen nur in Socken gekleideten Füßen.
Ich kannte ihn vorher gar nicht, aber sein Ernscheinungsbild, der Vollbart und vor allem die freundliche Austrahlung, machten mich frohen Mutes, dass da durchaus mit interessanter Musik (zumindest in meinen Augen) zu erwarten war. Und das sollte sich auch bewahrheiten. Ich kann nicht mehr rekonstruieren, welchen Song er zuerst gespielt hatte. Er schnappte sich seine Westerngitarre, spielte ein paar Loops ein und legte mit einem sehr eigenwilligen Sound los (und das ist hier ausdrücklich nicht negativ gemeint). Über den Auftritt hinweg merkte man, wie sehr sich der Musiker in seiner eigenen Welt verliert, diese Musik nicht einfach nur konstruiert wurde, sondern gelebt wird. Soetwas imponiert mir!

Ich war jedenfalls sofort begeistert, wippte mit dem ganzen Körper mit, war damit aber irgendwie der Einzige auf der Tribüne. Also ging es runter vor die Bühne. „Clap Hands“, der zweite Song, kam ganz ohne Gitarre aus. Denis Jones drehte an den vielen Knöpfen vor sich, was eine Art Human Beatbox Sound erzeugte, nebenbei drückte er mit der rechten Hand in regelmäßigen Abständen auf den soeben freigewordenen Klinkenstecker, was wiederum dem Soundteppich ein wiederkehrendes Brummen hinzufügte. Man glaubt es kaum, dass so ein fast jedem Musiker bekanntes Störgeräusch tatsächlich mal einen Song bereichert. Dieser Grundkulisse folgte eine Kaskade aus verschiedenen frisch eingesungenen Tönen und Geräuschen, und selbstverständlich darf das namensgebende Händeklatschen nicht fehlen. Dieser Song hat einige im Publikum irritiert. Ich dagegen war nun vollends überzeugt, einen tollen Künstler in Aktion zu erleben.

Ein ganz besonders schöner Titel, der auch an diesem Abend spielte, ist „Beginning“ vom ersten Album Humdrum Virtue:

Humdrum Virtue kann ebenso wie sein hervorragendes zweites Album Red + Yellow = auf Soundcloud gehört werden. Letzteres habe ich gleich nach dem Auftritt gekauft und es läuft bei mir seit dem in Dauerschleife.

Ach ja, Denis Jones war eigentlich nur der Supportact und seine Spielzeit viel kurz. Geladen hatte die sehr beliebte deutsche IndiePop Band Get Well Soon.
Was ich noch nicht geschrieben habe, ist, dass mich kurz vor dem Konzert am Samstag eine Viruserkrankung heimsuchte. Vor dem Fahrtantritt noch als Kleinigkeit abgetan, verschlimmerte sich mein Gesundheitszustand über den Abend rapide und führte letztlich auch zum Abbruch des Konzertbesuchs. Deswegen will und kann ich nicht so viel über Get Well Soon schreiben. Aber meine Fotos möchte ich hiermit dennoch teilen. Get Well Soon waren definitiv sehr gut, nur konnte ich es leider nicht mehr genießen.

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Anfang des Jahres bin ich per Zufall über eine junge Band aus England, namens Dead Wolf Club, gestolpert. Sie beschreiben ihre Musik selbst als Dark Punk und ihr Sound ist verträumt und wütend/kraftvoll zugleich. Man fühlt sich unweigerlich an die frühen Zeiten von Sonic Youth erinnert, mit all den Klangteppichen aus wummernden Bass und verzerrten Girtarren. Und doch hört man in ihrer Musik auch eine gute Portion BritRock. „Strange Letters“ ist nun die erste Auskopplung des kommenden, zweiten Albums RAR. Der Song stellt in meinen Augen eine sehr gute Weiterentwicklung der Band dar, er klingt insgesamt professioneller, vielleicht erwachsener, als die Sachen auf ihrem Debut, das ich aber dennoch jedem empfehlen möchte, der nur ansatzweise auf Noise Rock steht. Dead Wolf Club verdient einfach mehr Beachtung!

Ihr Debutalbum ist für wenig Geld über ihre Homepage bestellbar. Auf Soundcloud kann der interessierte Leser auch einige Songs der Platte in Gänze anhören, u.a. das wunderbare „Wave“:

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Von Zeit zur Zeit bin ich echt froh, dass ich auf einen Videolink klickte, nur weil mich dort ein hübsches Gesicht anlächelte. In diesem Fall geschehen bei der amerikanischen Singer/Songwriterin Robin Bacior. Ihr Sound steht in der Tradition der alten Helden, wie etwa Joni Mitchell, ohne aber auch einen gewissen frischen Hauch mitzubringen. So klingt ihre Musik ebenso typisch melancholisch, wie man es auch von anderen aktuellen Vertretern ihres Genres kennt, aber dazu schwingt eine gewisse Leichtigkeit mit, sowie, ich kann mir nicht helfen, das Flair der Großstadt. Das ist Musik für die grauen Tage: Daheim, in einer Decke eingepackt eine große Tasse Tee oder Glas Wein trinken, dazu diese Musik hören und einfach nur in Wohligkeit versinken.

Ihr Album Rest Our Wings ist anscheinend in Europa nicht in physikalischer Form erwerbbar, dafür kann man es bei Spotify hören:

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Vor ein paar Tagen habe ich erfahren, dass ein gewisser Chris Cohen am Donnerstag im Vorprogramm von Deerhoof spielen soll. Also wurde gleich Youtube bemüht, wer dass denn sei. Mit den ersten Akkorden und der zaghaften Gesangsstimme war mir sofort klar, wer das ist. Chris Cohen war für ein paar Jahre selbst Mitglied bei Deerhoof und hat u.a. die tollen Alben Apple O, Milk Man und The Runners Four entscheidend mitgeprägt. Nach der letztgenannten Platte verließ er die Band und gründete The Curtains, die sich ebenfalls dem experimentellen Indie Rock verschrieben hat. Dabei haben sie meiner Meinung nach aber nie die Klasse von Deerhoof erreicht. Sein aktuelles Soloalbum Overgrown Path ist dagegen eine Art Singer/Songwriter Album, hier hört man die für ihn so typisch „schiefen“ Gitarrenakkorde und Melodiebögen, aber das alles versprüht auch eine gewisse Ruhe und ja, Poppigkeit. Ich kann mir gerade keinen schöneren Soundtrack für einen Novemberabend wie den heutigen vorstellen.

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Neuentdeckung: Lemolo

Yeah, der erste Beitrag und es geht gleich in die Vollen. Mit diesem Post möchte ich auf eine kleine Indie Band aus Poulsbo, Washington (bei Seattle) schreiben. Die Band sind: Meagan Grandall (Gitarre, Gesang, Piano) und Kendra Cox (Drums, Piano). Ihr Sound wird gemeinhin als Dream Pop bezeichnet. Auch wenn ich manchmal stutze, wie solche Begriffe/Schubladen zustande kommen, hier trifft der Begriff genau ins Schwarze.

Ich bin vor zwei Monaten bei Youtube über Lemolo gestolpert. Als Abonnent der Posts von KEXP trifft man sehr häufig auf neue Bands und oftmals sehr gute. Da war vor allem dieses hübsche Gesicht im Vorschaubild zu sehen, das mich dazu veranlasste, mir ein Video von Lemolo anzusehen. Und was soll ich sagen, hinter der Schönheit versteckte sich auch eine wahre musikalische Entdeckung. Bei dem Song handelte es sich um „On Again, Off Again“:

Das erste was auffällt, ist die Hingabe mit der beide Musikerinnen agieren. Es imponiert mir, wenn ich Musiker sehe, die ihre Musik in jeder Faser, jeder Bewegung leben.  Gerade Kendra blüht hinter ihrem Schlagzeug richtig auf. Man spührt regelrecht, sie haben Spaß.
Nun aber zur Musik: Dream Pop soll es also sein. Und ja, die Musik von Lemolo ist im Ansatz ruhig und verträumt. Die Stimme von Meagan klingt unaufgeregt und fügt sich wunderbar in die Stimmung des Songs. Da singt sie also über… ja, über was eigentlich?

It’s so on again and off again

Feel it all and get it done
Hear the sound like you know how
Feel it all and let it out
Hear the sound and trust yourself

Das Gefühl des Hin- und Hergerissen seins? Ihre Empfindung von Musik?  Ich kann nur mutmaßen. Die Instrumentierung darf ruhig als puristisch bezeichnet werden. Hier findet sich kein Gramm zuviel, aber auch keines zu wenig. Langsam fressen sich die Melodien in die Gehörgänge des aufmerksamen Hörers, ohne schmalzig zu sein, eher spröde. Daraus nährt sich auch meine Begeisterung für diese Kombo. Wo bei „On Again, Off Again“ noch die Gitarre den Song beherrscht, so dominiert in anderen Songs, wie bspw. dem wunderbaren „Letters“, das Pianospiel das Geschehen. Auch hier fühlt man sich wie in einer Traumwelt versetzt, während Meagan höchstwahrscheinlich über die Schönheit eines Liebesbriefes singt.

Die Schönheit dieser Musik zieht sich durch das ganze Werk von Lemolo, ich kann sie wirklich nur wärmsten Herzens empfehlen. Einen Wehrmutstropfen gibt es aber: Ihr Album The Kaleidoscope ist nicht außerhalb der USA erhältlich. Noch nicht, möchte man hoffen. Die Kritiker scheinen allesamt begeistert, was eigentlich ein gutes Zeichen sein sollte.

Mehr Informationen, Videos und Fotos von und über Lemolo findet ihr auf ihrer Hompage: http://lemolomusic.com/

Zu guter Letzt möchte ich noch einen gesamten Konzertmitschnitt verlinken:

So, nun seit ihr gefragt. Was haltet ihr von dieser Musik? Ich freue mich auf eure Meinungen!

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