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Posts Tagged ‘pedro the lion’

Letztens bemerkte ich, dass ich in diesem Jahr bisher in jeder Woche auf irgendeinem Konzert war. Kurzerhand habe ich, zugegebenermaßen etwas verspätet, den Vorsatz für 2013 gefasst, pro Woche ein Konzert zu besuchen. Ob das nun gut geht und sich auch jede Woche etwas finden lässt, kann ich nicht vorhersagen. Abgesehen von der letzten Februarwoche, habe ich aber auch schon bis Mitte März tatsächlich einen guten Fahrplan. In der ersten Märzwoche stehen sogar gleich zwei Konzerte und ein Festival an. Ich muss noch mit meinen anderen Persönlichkeiten ausdiskutieren, inwieweit man vernachlässigte Wochen durch den Überschuss in anderen Wochen kompensieren darf? Aber das sollte nun gar nicht das Thema sein, denn…

Am Montag war ich mal wieder in Hamburg, speziell in Sankt Pauli und noch spezieller im Lokal Hasenschaukel. Hinter diesem skurilem Namen versteckt sich eine, zumindest für den Konzertbetrieb, echt winzige Kneipe mit einer recht skurilen Einrichtung. Bspw. dienen hier Puppenkleider inkl. den zugehörigen Puppen als Lampenschirme, aber auch die Beleuchtung des gesamten Lokals versetzt den Besucher in eine Art freakige Puppenstube oder Märchenszenerie ala Alice im Wunderland.
Der Anlass, warum ich nun den Weg nach Hamburg antrat, war der Auftritt des amerikanischen Singer-Songwriters David Bazan. Diesen Herren habe ich erst vor einem Jahr durch eine spezielle Vinyl Single Serie kennengelernt, bei der Deerhoof Songs durch andere Sänger neu interpretiert wurden und die B-Seite dann dem jeweiligen Künstler gewidmet war. Die war in diesem Fall der wunderbare Song „Gas and Matches„.

Vor wenigen Wochen ist mir dann ein Video bei KEXP aufgefallen. David Bazan ist wieder auf Tour, dieses Mal mit den Songs seiner ehemaligen Band Pedro The Lion, die im Indie Bereich einige Fans um sich sammeln konnten. Die Songs wussten jedenfalls auch mich zu begeistern und es fiel mir wieder ein, dass ich erst kurz zuvor eine Mail erhalten hatte, dass sich David Bazan zeitnah auf einer Konzerttour in Euopa befindet.

Da war ich nun, in der Hasenschaukel. Von den namensgebenden Tieren war keine Spur zu sehen, dafür aber das Lokal gut gefüllt und man fragte sich schon wie eine ganze Band auf dem kleinen abgesteckten Bereich passen sollte? Mir ist zu diesem Zeitpunkt auch nicht aufgefallen, dass da eigentlich auch ein Schlagzeug fehlte. Aber was soll’s. Kurz nach meiner Ankunft begann schon der Support Act Marco Z aus Belgien. Von ihm hatte ich nie zuvor gehört, aber wenn man sich so bei Youtube umsieht, scheint er zumindest in Belgien eine gewissen Bekanntheitsgrad zu besitzen. Und das zu recht, der Junge war echt gut. Hier, ein Hörbeispiel.
Nach einer kurzwweiligen halben Stunde war sein Auftritt aber auch schon vorbei und wenig später drängelte sich David Bazan in den Bereich, der als „Bühne“ herhalten musste. Er kam allein, nur bewaffnet mit einer kleinen Akustikgitarre. Die anfängliche Enttäuschung wich aber sehr schnell einer Begeisterung, als er anfing zu spielen. Denn dieser Herr beherrscht sein Instrument, dazu kommt eine leicht bärige Stimme, die mich ein wenig an Dan Mangan erinnerte.

So erzählte David Bazan in seinen Songs traurige Geschichten, voller Melancholie. Wenn er sang, hielt er seine Augen geschlossen. Er schien regelrecht in seine Songs versinken. Doch in den Pausen zwischen den Songs wirkte er sehr gelöst, witzelt ein wenig und forderte das Publikum auf, ihm Fragen zu stellen. „It’s fun. You’ll see.“, fügte er dem hinzu. Dieser Aufforderung ist das Publikum erst recht spät nachgekommen, und ja, auch ich habe mich daran beteiligt. Und er sollte auch recht behalten, es war interessant und witzig, was er zu sagen hatte.
In der guten Stunde, die David Bazans Auftritt dauerte, spielte er in der Tat, wie angekündigt, viele Songs von Pedro The Lion. Ich mag behaupten, dass er auch all die Songs aus dem KEXP Video (s.o.) spielte, nur eben in einer akustischen Version, was den Songs aber keinesfalls geschadet hat. Gerade der Song „Options“ ist in egal welcher Version ein geniales Stück. Aber man konnte auch Songs aus seiner Solo Karriere hören, wie bspw. „Strange Negotiation“ vom gleichnamigen letzten Album.

Abschließend lässt sich sagen, dass dies wirklich ein toller Abend war! Vor allem durch die Räumlichkeit, eng und einzigartige Deko, entstand eine zusätzliche Intimität, die das Konzert zu einem besonderen Erlebnis machte. Und auch dieses Mal habe ich wieder ein paar Fotos geschossen, die nicht verheimlichen möchte:

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