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Posts Tagged ‘Kulturzentrum Schlachthof’

Am vergangen Samstag war ich mal wieder im Bremer Schlachthof, einer wirklich schönen und immer wieder beeindruckenden Konzertkulisse der kleinen Hansestadt.
Den Abend begann Denis Jones aus Manchester, seines Zeichens Singer-Songwriter mit Hang zum experimentieren. Das zeigte sich vor allem am beachtlichen Elektronikaufbau vor ihm, unterstützt von Effektpedalen und einer recht großen Loopstation zu seinen nur in Socken gekleideten Füßen.
Ich kannte ihn vorher gar nicht, aber sein Ernscheinungsbild, der Vollbart und vor allem die freundliche Austrahlung, machten mich frohen Mutes, dass da durchaus mit interessanter Musik (zumindest in meinen Augen) zu erwarten war. Und das sollte sich auch bewahrheiten. Ich kann nicht mehr rekonstruieren, welchen Song er zuerst gespielt hatte. Er schnappte sich seine Westerngitarre, spielte ein paar Loops ein und legte mit einem sehr eigenwilligen Sound los (und das ist hier ausdrücklich nicht negativ gemeint). Über den Auftritt hinweg merkte man, wie sehr sich der Musiker in seiner eigenen Welt verliert, diese Musik nicht einfach nur konstruiert wurde, sondern gelebt wird. Soetwas imponiert mir!

Ich war jedenfalls sofort begeistert, wippte mit dem ganzen Körper mit, war damit aber irgendwie der Einzige auf der Tribüne. Also ging es runter vor die Bühne. „Clap Hands“, der zweite Song, kam ganz ohne Gitarre aus. Denis Jones drehte an den vielen Knöpfen vor sich, was eine Art Human Beatbox Sound erzeugte, nebenbei drückte er mit der rechten Hand in regelmäßigen Abständen auf den soeben freigewordenen Klinkenstecker, was wiederum dem Soundteppich ein wiederkehrendes Brummen hinzufügte. Man glaubt es kaum, dass so ein fast jedem Musiker bekanntes Störgeräusch tatsächlich mal einen Song bereichert. Dieser Grundkulisse folgte eine Kaskade aus verschiedenen frisch eingesungenen Tönen und Geräuschen, und selbstverständlich darf das namensgebende Händeklatschen nicht fehlen. Dieser Song hat einige im Publikum irritiert. Ich dagegen war nun vollends überzeugt, einen tollen Künstler in Aktion zu erleben.

Ein ganz besonders schöner Titel, der auch an diesem Abend spielte, ist „Beginning“ vom ersten Album Humdrum Virtue:

Humdrum Virtue kann ebenso wie sein hervorragendes zweites Album Red + Yellow = auf Soundcloud gehört werden. Letzteres habe ich gleich nach dem Auftritt gekauft und es läuft bei mir seit dem in Dauerschleife.

Ach ja, Denis Jones war eigentlich nur der Supportact und seine Spielzeit viel kurz. Geladen hatte die sehr beliebte deutsche IndiePop Band Get Well Soon.
Was ich noch nicht geschrieben habe, ist, dass mich kurz vor dem Konzert am Samstag eine Viruserkrankung heimsuchte. Vor dem Fahrtantritt noch als Kleinigkeit abgetan, verschlimmerte sich mein Gesundheitszustand über den Abend rapide und führte letztlich auch zum Abbruch des Konzertbesuchs. Deswegen will und kann ich nicht so viel über Get Well Soon schreiben. Aber meine Fotos möchte ich hiermit dennoch teilen. Get Well Soon waren definitiv sehr gut, nur konnte ich es leider nicht mehr genießen.

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